Mit dem Fahrrad von Helsinki nach Oslo
25.06.2024 - Tag 11: Vormsund - Oslo (124 km, 1.365 Hm)
Heute war er also gekommen, der letzte Tag meiner Reise auf dem Fahrrad.
Vom Hotel zum Flughafen waren es eigentlich nur 26km, aber ich wollte mit dem Fahrrad ja nach Oslo und nicht zum Lufthaven Oslo-Gardermoen. Und so stand heute erst die Abfahrt nach Oslo mit einer Länge von 67km an, sondern anschließend wieder 51km nach oben zum Flughafen. Also kurz gesagt: Erst den Berg runter und dann in weiten Teilen die Strecker wieder hoch. Aber was tun man nicht alles für ein Foto mit dem Fahrrad in Oslo...
Das Frühstück war irgendwie krass gewesen. Alles Selbstbedienung, im Kühlschrank standen Lebensmittel, von denen man nicht wusste, wie lange sie haltbar sind, aber es gab halt nichts anderes. Aber was solls, ich wurde satt und konnte um 8:20 Uhr meine heutige, letzte Etappe beginnen.
Erst ging es die 5km über den Hügel zurück nach Arnes. Dabei hatte ich einen tollen Blick zurück nach Vormsund.
Wieder ging es an der Glomma entlang und wieder zeigte sich der Fluss von seiner schönsten Seite.
Etwas später tauchte am Straßenrand die Klodsbodding Chapel mit einem schönen Friedhof auf. Hier lohnte es sich, ein kleine Pause einzulegen und die Gedanken schweifen zu lassen.
Weiter ging es die Glomma hinab, bis ich bei Rånåsfoss die Hauptstraße verlies, da ich über die fast 100 Jahre alte Rånåsfoss bru radeln wollte. Diese Brücke für Fußgänger und Radfahrer sollte wohl abgerissen werden, wurde dann aber doch restauriert und erhalten. Die Fahrt über die Brücke war schon toll, jedoch bescherte sie mir einige zusätzliche Höhenmeter.
Es ging entlang der Straße in Richtung Sørumsand. Kurz vor der Stadt mit ca. 6.000 Einwohnern fingen dann auch die Radwege an, so dass ich am Kraftwerk Bingfoss entspannt Richtung Zentrum rollen konnte.
Ich machte bei einem chinesischen Restaurant Pause (so viel Auswahl hatte man da nicht) und schaute mal nach dem Status meines Fahrradkartons, den meine Frau ins Hotel geschickt hatte. Ich staunte nicht schlecht, als ich da las, dass mein Fahrradkarton zur Abholung in einer Postfiliale auf mich wartete. OK, in einer Postfiliale, aber in welcher. Nach einiger Internetrecherche und Telefonaten fand ich dann heraus, dass die Sendung im "Obs Jessheim" zur Abholung bereit steht, ca. 8km vom Hotel entfernt. Zumindest ist es vor Ort, um den Rest konnte ich mich dann nachher kümmern.
Nachdem ich wieder losgefahren war, stand ein "Denkmal" oder was auch immer am Wegesrand. Was es mit dem Turbinenrad auf sich hat, konnte ich leider nicht herausfinden. Wird schon nicht ganz so wichtig sein.
Immer wieder gab es auf der Strecke grandiose Ausblicke auf die Landschaft.
Bei Varåa konnte ich die Glumma über eine schöne Eisenbahnbrücke überqueren. So machte es Spaß zu radeln.
Nach der Überquerung der Eisenbahnbrücke zeigte sich, dass man sich dem Großraum Oslo näherte. Es waren gut ausgebaute Fahrradwege vorhanden und die Schilder kündigten die baldige Ankunft in Lillestrøm, einer Stadt mit fast 96.000 Einwohnern, an.
Und ehe ich mich versah, war ich am Rathaus in Lillestrøm mit seinem roten Turm.
Trotz seiner Größe gab es in der Stadt auch ganz lauschige Plätzchen an der Nitelva.

Dann noch etwas die Straße entlang, über die Nitelva drüber, durch Strømmen und dann war ich eigentlich da, an der Stadtgrenze von Oslo. Ok, hat fast 30 Minuten gedauert, aber bezogen auf die gesamte Zeit auf dem Fahrrad war es quasi gleich ums Eck. Ich hatte es geschafft, fast zumindest. Blieb noch das Foto Downtown Oslo. Also rauf aufs Rad und weiter, jetzt dann hauptsächlich den Berg runter. Ich muss ja irgendwie auf Meereshöhe kommen und ich war noch auf 167m oben.
Je näher man nun Oslo kam, desto mehr Verkehr war. Nach der ganzen Ruhe die letzten beiden Wochen musste ich mich erst wieder an den ganzen Trubel gewöhnen.
Dafür waren die Radwege super ausgebaut und man kam echt schnell voran. Ich hatte mein Ziel vor Augen...

...und ehe ich mich versah (es ging ja die ganze Zeit runter), war ich an meinem Ziel angekommen. Ich stand am Operastranda in Oslo.
Ich war am Ziel meiner diesjährigen Radreise angekommen. Jetzt musste ich nur noch zum Flughafen radeln. Das war der unangenehmere Teil für heute, da es jetzt alles, was ich gerade runter gefahren bin, wieder hoch nach Lillestrøm und dann nach Norden in Richtung Flughafen.
Aber zuerst einmal umschauen und die Aussicht am Ziel genießen. Neben dem Strand mit dem Riesenrad auch noch das Much-Museum und die Oper.
Nachdem ich die Ankunft ausgiebig mit Nichtstun gefeiert hatte, war es Zeit, den letzten Teil meiner Radreise anzugehen. Und so startete ich auf einer wunderschönen Allee durch die Stadt.
Bevor der Aufstieg begann, stoppte ich noch in einem netten Café am Straßenrand und machte eine Pause.
Gestärkt und voller Motivation begann ich mit dem Aufstieg. Es gab auf dem Weg nach oben auch nette altere Häuser nahe des Stadtzentrums.
Nach knappen 2 Stunden war ich wieder in Lillestrøm.
Ich verließ Lillestrøm aber auf einer anderen Route, als ich vor ziemlich genau 4 Stunden reingefahren bin und sah außerhalb der Stadt wieder wunderschöne, ruhigen Landschaften. Obwohl ich auf dem Weg zum Flughafen war, war es wieder angenehm ruhig.
Da ich im Umfeld eine Stadt war, gab es Radwege, so dass die Fahrt zum Flughafen eigentlich angenehm war, wäre da nicht immer dieses ständige auf und ab gewesen.
Als ich an Jessheim vorbeifuhr, bog ich kurz ab, um in dem Einkaufszentrum meinen Fahrradkarton in Empfang zu nehmen. Da ich noch immer keine Ahnung hatte, wie ich das unförmige Teil ins Hotel bekommen sollte, vereinbarte ich mit der Dame am Schalter, dass ich jetzt alles bezahle und entweder ich oder ein Taxifahrer nachher kommen würde, um das Teil abzuholen.
Dann begab ich mich wieder auf meine eigentlich Route.

Dann war ich fast da. Zumindest ging es jetzt direkt auf die Zufahrt zum Flughafen.
An der Startbahn stoppte ich kurz und schaute den startenden Flugzeugen zu. Ist irgendwie beruhigend...
Noch ein paar Meter die Straße entlang, dann war ich endgültig am Ziel.
Ich hatte das "Best Western Plus Airport Hotel" erreicht.
Einchecken, Klamotten ausziehen, duschen und nein, keine Großwäsche heute. An der Rezeption erkundigte ich mich, wie ich am besten nach Jessheim kam, da ich ja noch der Fahrradkarton holen musste. Ich hatte Glück und ca. 400m entfernt war eine Bushaltestelle, die mich direkt nach Jessheim bringen würde. Nachdem die App geladen und die Zahlungsweise gewählt war, konnte ich losfahren.
In Jessheim angekommen musste ich ca. 1km zu dem Einkaufszentrum laufen. Ich kaufte dort noch einige Sachen ein, nahm mein Fahrradkarton unter den Arm und trug alles wieder zurück zur Bushaltestelle. Kurz vor der Haltestelle aß ich in einem Imbiss noch eine teure aber dafür ziemlich schlechte Pizza, bevor es wieder mit dem Bus zurück ins Hotel ging. Und so erreichte ich gegen 22 Uhr wieder mein Zimmer, wusch noch die Klamotten für morgen und ging schlafen.






































