Mit dem Fahrrad von Helsinki nach Oslo
24.06.2024 - Tag 10: Torsby - Vormsund (105 km, 703 Hm)
Nach dem Frühstück saß ich noch auf der Veranda, als Holger kam und mich fragte, ob ich noch eine Tasse Kaffee vor der Abfahrt wollte. Ich lehnte dankend ab und wir sprachen noch etwas, bevor ich mich dann gegen 9:15 Uhr auf meine heutige Etappe aufmachte.
Zurück auf der Straße ging es vorbei an dem See, an dessen Badeplatz ich gestern war.
Es ging die bereits von gestern bekannte Straße moderat nach oben.
Dann war es soweit: Ich hatte die norwegische Grenze erreicht.
Hier war auch noch der Grenzstein "Gränssten Sverige/Norge" von 1929 zu sehen. Sonst war hier nichts, einfach nichts. Also außer Wald natürlich...
Ab jetzt sollte ich als in Norwegen mit dem Fahrrad unterwegs sein. Ein weiteres Land, welches ich in meiner Fahrrad-Bucket-List abhaken kann.
Man merkte gleich, dass ich nun in Norwegen unterwegs war. Nicht, dass die Landschaft anders wäre, aber die Mittellinie auf der Straße war jetzt gelb, dafür die Schilder mit den Geschwindigkeitsbeschränkungen wieder weiß.
Noch was änderte sich: Je länger ich in Norwegen radelte, desto mehr Häuser tauchten am Straßenrand oder der direkten Umgebung auf. Es schien fast, als wenn hier wieder mehr Leben herrschte als die letzten Tage in Schweden.
Hinter einer Biegung kam mir ein Böschungsmäher entgegen. Der Fahrer grüßte freundlich, so allzu oft kam ihm hier wahrscheinlich auch kein Radler entgegen.
Von der Straße aus hatte man eine tolle Aussicht über die Landschaft. Und bei dem wenigen Verkehr war es auch eine traumhafte Stille.
Auch hier gab es jedem Menge Seen und das Wetter war super, so dass sich alles in bestem Licht zeigte.
Je weiter man in Richtung Kongsvinger fuhr, umso mehr änderte sich die Landschaft. Es tauchten immer mehr Felder auf, die dem Verlauf der Glomma folgten.
In Kongsvinger, einer Kleinstadt mit ca. 12.000 Einwohnern angekommen, sah ich links gleich ein Silo und Gewerbebetriebe, auf der anderen Straßenseite tauchte dann auch gleich ein großes Holzlager auf.
Nach dem Flussbogen hatte man einen schönen Blick auf eine der Brücken, die die Glomma überspannte.
In einem nahegelegenen Café stärkte ich mich für die weitere Fahrt und war von den Menschenmassen hier überwältigt. Also nicht, dass wirklich viel los war, aber verglichen mit den Orten der letzten Tage tobte hier der Bär.
An der Glomma war es schön, grüne Felder, Badeplätze am Ufer. Hier konnte man es aushalten.
Wäre das nicht der stetig zunehmender Verkehr auf der Straße gewesen. Hier fuhren auch wieder Kieslaster und 40-Tonner, was den Fahrspaß ohne Radweg doch etwas einschränkte. Aber im Vergleich zu einer Landstraße in Deutschland war hier nichts los. Was die Verkehrsdichte angeht, war ich halt von den vergangenen Tage verwöhnt.
Es war immer noch so typisch nordisch (wie man es sich halt im Süden Deutschlands so vorstellt), rote Holzgebäude inmitten grüner Landschaft. Zeit zum träumen.
Und so ging es auf und ab durch die malerische Landschaft. Es war schön, aber unspektakulär. Kurz vor Arnes war dann wieder so eine Stelle, wie ich sie liebe. Schon vor der kleinen Abfahrt sieht man die Steigung, die man anschließend wieder hinauf muss.
Im Arnes selbst überfuhr ich die Brücke über die Glomma. Da ich dem Verkehr auf der Brücke entgehen wollte, fuhr ich auf dem schmalen Bereich zwischen Fahrbahn und Geländer. War eine blöde Idee, das der Belag unter aller Sau war und es wirklich keinen Spaß machte. Ob die Fahrt auf der Brücke mit dem Verkehr besser gewesen wäre, zweifle ich aber an. Egal wie, nach kurzer Fahrt hatte ich die Brücke überquert und hatte wieder festen Boden unter den Füßen bzw. Reifen.
Noch ein paar Meter zwischen Feldern vorbei und schon erreichte ich Vormsund.
Nun stand ich da an der Adresse, an die mich mein Navi geführt hatte. Aber wo war da ein Hotel? Ich wusste zwar, dass es in einem Einkaufszentrum war, aber wie kam ich an den Briefkasten, wo meine Zugangskarte drin sein sollte?
Nach einigem Suchen wusste ich, dass ich hintenrum um das Einkaufszentrum fahren musste und dann am Ende auf das Parkdeck kam, von dem aus ich dann zum Briefkasten kam. Ich war für heute angekommen.

Da es im Einkaufszentrum und auch drum herum kein Restaurant gab, war heute Brotzeit angesagt. Für den Preis kann man in anderen Ländern ins Restaurant gehen, aber ich wurde satt. Und ich kam frühzeitig ins Bett, morgen stand eine anspruchsvolle Etappe an.

































