Mit dem Fahrrad von Helsinki nach Oslo
23.06.2024 - Tag 9: Hagfors - Torsby (86 km, 849 Hm)
Das Frühstück im Hotel war super und so konnte ich mir den Bauch ordentlich vollschlagen.
Da die Etappe heute nicht allzu weit war, startete ich erst so gegen 9 Uhr in Richtung Torsby. Wobei Torsby eigentlich gar nicht wirklich mein Ziel war, aber das lag ca. 30km weiter mitten Wald. Ja, wirklich mitten im Wald.
Es ging genauso weiter, wie es gestern aufgehört hatte. Bergauf/bergab mit teilweise ordentlichen Anstiegen und manchmal auf tollen Abfahrten. Aber immer wellige Straßen durch den Wald. Das hatte zur Folge, dass immer wenn man gedacht hat, dass man die Scheitelpunkte erreicht hatte, die nächste noch höhere Kuppe erschien. So wie die letzten Tage eben auch.
Ach ja, aber und zu kam auch mal ein See, teilweise auch mit einem malerisch gelegenen Haus am See.
Bei Ekshärad überquerte ich den Fluss Klarälven. Und sah zum ersten Mal für heute mein erstes Etappenziel auf einem Schild stehen.
Aber Ekshärad war nicht nur ein kleiner Ortsteil von Hagfors mit ca. 1.000 Einwohnern, sondern hatte auch noch eine alter Kirche aus dem 17. Jahrhundert zu bieten.
Kurz vor Solberg lag eine nette Farm mit einem großen Elch an der Einfahrt.
Am See Gröcken gab es traumhafte Strände, teilweise auch mit Stegen.
Und weiter ging es auf den bereits bekannten Straßen auf und ab Torsby entgegen.
In Torsby angekommen schaute ich noch kurz die Fryksände Kirche von außen an und versuchte dann in einer nahegelegenen Bäckerei etwas zu Essen zu bekommen. Schade, sonntags leider geschlossen. Also blieb, mal wieder, die Tankstelle übrig. Diesmal schlug ich aber gnadenlos zu: Ein Double-French-Hotdog, Also zwei Würstchen in einem Hotdog-Brötchen mit jede Menge French-Hotdog-Sauce drin. Und dazu eine Cola. Fertig war das Gourmet-Menü a la Tankstelle. Sollte für die letzten 30km mit zwei knackigen Anstiegen reichen.
Am Ortsende war es dann mit der Ruhe vorbei. Dort waren, direkt an der Verbindungsstraße zu Norwegen zwei große Supermärkte angesiedelt. Da in Schweden die Lebensmittelpreise (vor allem für Alkohol) deutlich günstiger waren als in Norwegen, parkten jede Menge Fahrzeuge mit norwegischen Kennzeichen davor. Und der Verkehr auf der Straße war plötzlich deutlich mehr.
Trotzdem gab es auch schöne Stellen, wie malerisch gelegene Seen an der Straße.

Langsam kam ich meinem Ziel der heutigen Etappe näher, welches kurz hinter Lekvattnet im Wald liegen sollte. Nach Oslo waren es jetzt dann auch "nur" noch 155km.
Die Straße und die Umgebung änderte sich aber auch hier nicht.
Am Ende von Lekvattnat fuhr ich an "Fru Mollers Butik" vorbei und sah dort ein paar Tische und Stühle vor dem Gebäude stehen. Es sah echt nett aus, so dass ich anhielt und eine Pause einlegte. Es war ein kleines, kuscheliges Café mit einem total netten Betreiberpärchen. Sie brachten mir sogar meine Sachen raus (obwohl eigentlich Selbstbedienung war), da ich mit den Fahrradutensilien und dem Rucksack voll bepackt war. Später kam der Wirt nochmal zu mit und schenkte mir zwei Tüten mit getrocknetem Hirsch-, Elch- und Rentierfleich, da Proteine gut seien, wenn man Sport treibt.
Nach der kurzen Rast ging es dann weiter, die letzten Meter bis zur heutigen Unterkunft. Die größte Herausforderung war hierbei, die Abzweigung mitten im Wald zu finden.
Noch ein paar Meter über einen geschotterten Weg durch den Wald und schon erreichte ich mein heutiges Ziel.
Dort angekommen hörte und saht ich zuerst die Hunde, bevor ein Mann aus einer Hütte hinter dem Haus kam und mir ein freundliches Moin entgegenrief. Es war Holger mit Heike, die sich hier den Traum von einem Haus in Schweden verwirklicht hatten. Sie zeigten mir die Hütte, in der ich übernachtete und Heike gab mir noch Tipps, wie ich möglichst ohne Mücken schlafen konnte. Die Hütte war wirklich liebevoll eingerichtet für mich ideal.
Anschließend tranken wir auf ihrer Terrasse noch Kaffee zusammen und sie erzählten so dies und von ihrem Leben in Schweden. Auch erklären sie mir, wie ich auf dem schnellsten Weg zum nahegelegenen See komme.
Nach dem Duschen und den üblichen Dingen, die nach einem Tag auf dem Rad notwendig waren, ging ich hinunter zu See. Völlig abgefahren, an diesem See gab es mitten im Nirgendwo eine Umkleide, Sitzbänke und einen Grillplatz. Irgendwie richtig romantisch hier unten am See.
Zurück in der Hütte machte ich mir mein Abendessen (natürlich wieder Nudeln mit Pesto, mehr passte einfach nicht in meinen Rucksack) und genoss den Abend, bis die Mücken kamen.






























