Mit dem Fahrrad von Oslo nach Flensburg
23.06.2025 - Tag 12: Sakskøbing - Svendborg (90 km, 580Hm)

Da es Frühstück erst ab 7:00 Uhr gab, verschob sich meine Abfahrt heute auf kurz vor 8:0 Uhr. Welche ein Glück, wie sich im Laufe des heutigen Tages herausstellen sollte. Der Wetterbericht hatte heute relativ starken Wind aus westlicher Richtung vorausgesagt und meine Route führte heute nach Westen.

Zu Beginn fuhr ich durch das noch recht ruhige Sakskøbing. 

In Våbensted, dem nächsten Ort, stand wieder eine Kirche. Auch diese war, anders wie die weißen Kirchen auf der Insel Sjælland (auf der auch Kopenhagen liegt), auch wieder in roten Stein gehalten.

           

Die Straßen hier waren wenig befahren und ich kam gut voran. Erst schien die Sonne, es zeigten sich aber schon dunkle Wolken am Himmel. Es tauchten immer wieder nett zurechtgemachte Häuschen am Straßenrand auf.

     

Bald schon konnte ich die Hauptstraße verlassen und auf kleine Nebensträßchen ausweichen. Hier war dann nicht nur nichts los, sondern gleich gar nichts. War aber richtig entspannend hier zu radeln, wenn nur der Wind nicht gewesen wäre.

     

In der Ferne tauchte eine weiße Kirche auf. Wie weiß, aber es handelte sich aus der Nähe immer noch um eine weiße Kirche. Ich war verwirrt. Was nun, weiß oder rot oder konnten sie sich hier nur nicht entscheiden? Hängt wohl mit der Bauepoche, sowie der Restaurierungsphase zusammen. Oder auch mit der Vorliebe der Gemeinde. Auf gut Deutsch: Es ist halt so und es kann daher oder daher kommen.

Schon von weitem sah ich die Fähre hinter der Wiese liegen. War aber noch ein Stückchen hin...

Erst musste ich noch an einem lustigen Gesellen vorbei, da da scheinbar unmotiviert am Straßenrand stand. Bei genauerem Hinsehen hatte er den Briefkasten im Blick, auf dass hier nichts passiert.

Dann war ich auch schon am Fährhafen. Ein Hafen ohne Personal, einchecken konnte ich über ein Terminal. Meine Fähre hatte ich zu einem deutlich späteren Zeitpunkt gebucht, aber die nette Dame, die sich hintern der "Help"-Taste verbarg, buchte mich um. Klasse, so konnte ich die Fähre um 11:15 Uhr nehmen.

     

Als wir abgelegt hatten, verhieß den Blick zurück nach Lolland nichts Gutes, das sah nach Regen aus. Zum Glück war ich auf dem Weg nach Langeland. Da sah es doch schon deutlich freundlicher aus.

     

In Langeland angekommen, zeigte die Wetter-App in Kürze beginnenden Regen an. Alle vier Radler von der Fähre verzogen sich erst einmal unters Dach und beobachteten den Himmel. Und was soll ich sagen, der Regen begann pünktlich zu der von der Wetter-App vorhergesagten Zeit. Und so war erst einmal eine Regenpause angesagt. 

     

Nach 1 Stunde Zwangspause konnte ich wieder aufbrechen. Die Sonne kam wieder raus und es war herrlich, durch die frisch geduschte Landschaft zu radeln. Allein schon dieser Geruch und die frische, noch feuchte Luft. Einzig der kräftige Wind (4-5 Bft = ca. 30km/h) von vorne bzw. schräg von vorne (wenn man Glück hatte) trübten den Genuss etwas.

In Simmerbølle stand wieder eine weiße Kirche, komisch...

Bei Rudkøbing kam die ultimative Herausforderung, die Langelands Broen mit einer Durchfahrtshöhe von 26m. Da auf der Brücke nichts da war, was den Wind hätte abhalten können, blies es da oben echt unanständig. Das Regencover meines Rucksacks hielt dem Wind nicht stand und löste sich. Natürlich kurz vor dem Bogen. Weiterfahren war keine Option, wenn ich das Regencover nicht zerstören oder verlieren wollte. Ich glaube es war ein komisches Bild das ich da abgab: Mit dem Fuß versuchte ich mein Fahrrad am Geländer zu halten, dass es nicht umfällt und mit den Händen habe ich versucht, das Regencover zu verstauen. War nicht wirklich lustig da oben, zumal der Wind in Böen auch mal gerne 7 Bft (bis zu 60km/h), erreichte. Irgendwann war aber auch das Regencover verstaut und ich konnte die Brück auf der Insel Siø wieder verlassen.

Der Blick von Siø war fantastisch, aber die kleine, aber gemeine Brück über den Siø Sund stand mit noch bevor.

Diese Brücke, die flach, recht knapp über der Wasseroberfläche verlief, hatte es in sich. Der Wind blies hier kräftig und böig über das Wasser. Wenn die Böe kam, drückte es mich in Richtung Leitplanke. Lehnte man sich gegen die Böe, um in selbige hineingedrückt zu werden, war die Böe auf einmal weg und man fiel fast auf die Fahrbahn und so ging es die ganze Zeit. War ich froh, als ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

Bei Lundby stoppte ich an einer Tankstelle und überlegte, ob es regnen würde oder ob ich es noch bis Svendborg schaffen würde. Ich entschied mich dann doch weiter zu fahren, obwohl der Himmel bedenklich dunkel wurde und ich sollte Glück haben. Weiter ging es auf und ab in Richtung Svendborg.

In Bregninge stand noch eine Mühle auf einer Anhöhe, die heute als Restaurant genutzt wird.

Dann war ich auch schon in Svendborg, musste allerdings noch über die Svendborgsundbroen, eine Brücke mit einer Durchfahrtshöhe von 33m. Ich merke erst gar nicht, dass ich auf einer Brücke war, erst als der Wind wieder kräftig pfiff und ich den tollen Ausblick auf Svendborg genoss wurde mit bewusst, wie hoch droben über dem Meer ich stand.

     

Unmittelbar nach der Brücke ging es runter ins Zentrum. Dort angekommen fuhr ich, mehr oder weniger, direkt auf meine heutige Unterkunft dem Hotel Garni entgegen, die ich gegen 15:00 Uhr erreichte. Das Schöne an diesen Self-Check-In Hotels ist, dass es kein Problem ist, das Fahrrad mit aufs Zimmer zu nehmen. Ist ja keiner da, der etwas sagen könnte.

           

Nach dem üblichen Ablauf nach Ankunft in der Unterkunft schaute ich mit noch etwas die Stadt an. Neben schönen Gebäuden und der St. Nicolai-Kirche (eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert) gab es auch hier eine dieser "Regenschirm-Straßen".

     

Die Kirche "Unserer lieben Frau" wurde um das Jahr 1200 auf dem höchsten Punkt der Stadt erbaut und wirkt mit dem großen Vorplatz imposant und sehenswert.

Anschließend noch ein kurzes Päuschen im Hotel und noch Futterfassen in einer nahe gelegenen Pizzeria, dann war es auch schon Zeit fürs Bett, weil morgen sollte der Wind nicht weniger stark wehen und ich musste wieder Richtung Westen.

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