Mit dem Fahrrad von Oslo nach Flensburg
22.06.2025 - Tag 11: Kopenhagen - Sakskøbing (129 km, 636 Hm)

Nachdem gestern Sightseeing angesagt war, stand heute die längste Etappe der Reise an. Und so wollte ich heute auch frühzeitig aufbrechen. DA es erst ab 7:00 Uhr Frühstück gab, ließ ich mir im Hotel eine Frühstücksbox packen. Zwar bei weitem nicht zu gut, wie das Buffet, aber ich konnte pünktlich um 7:00 Uhr starten.

Auf der Straße war nichts los. Klar, wer fährt an einem Sonntagmorgen um 7:00 Uhr schon draußen rum. dafür war die Luft angenehm kühl und frisch. Vom Hotel aus ging es erstmal gerade aus in Richtung Meer. Wie gestern schon, war der gesamte Küstenstreifen komplett zugebaut, es reihte sich ein Dorf ans andere. War wohl nichts mit am Meer entlangfahren, Schade.

In Greve Stand stand mitten im Ort ein Mobilfunk-Mast. Sieht nicht so schön aus, ist aber vielleicht der Grund, warum es in Skandinavien und Finnland so wenig Funklöcher gibt.

Bei Ølsemagle Strand hatte man dann wie der einmal einen Blick über die Landschaft.

Hinter Køge konnte ich dann endlich den bebauten Küstenstreifen verlassen und mich dem schöneren Teil der heutigen Etappe widmen. Aber was war das? Ein Schild wies auf eine Straßensperre hin. Aber zum Glück erst ab morgen und für Fahrradfahrer schon mal gleich gar nicht. Glück gehabt...

     

Dann wurde es richtig schön. Über kleine Nebensträßchen ging es durch die relativ ebene Landschaft. Und wenn man andere Verkehrsteilnehmer sah, waren es meistens andere Radler.

     

Und am Wegesrand immer wieder der schöne rote Mohn. Ist das nicht herrlich?

In Vråby Sogn, einer kleinen Kirchspielgemeinde mit 253 Einwohnern stand eine Kirche am Wegesrand. Wieder in weiß gehalten, so wie man sie hier oben kennt.

     

Die Sträßchen hier waren eine wahre Freude, irgendwann habe ich dann auch wieder das Meer (zumindest einen Fjord), gesehen. 

Das Hotel Fjordkroen in Tappernøje zeigte die Flaggen aller Länder, in denen ich auf meiner diesjährigen Radreise geradelt bin (oder noch radeln werde). Irgendwie passen für meinen Reisebericht.

     

Weiter ging es auf tollen Sträßchen, teilweise mit aufgemaltem Fahrradwegen oder gleich mit so wenig Verkehr, dass man gar kein Auto gesehen hat, den Præstø Fjord entlang. In Præstø machte ich dann eine Pause und traf Christain, einen Radler vom Chiemsee. Er war auf dem Weg von Berlin nach Oslo, wo er 4 Tage später den Geburtstag seiner Tante feiern wollte. Daher wollte er mit der Fähre von Kopenhagen nach Oslo fahren. Nach der Geburtstagsfeier, wollte er weiter nach Norden radeln. Nach einem netten Plausch trennten sich unsere Wege wieder und wir radeln in unterschiedlichen Richtungen weiter.

     

Die Strecke hier war wunderschön, es ging durch kleine Wäldchen, über weiter Landschaften und an Seen vorbei.

     

Das Bild vom Uglediger See hätte ich mir besser geschenkt. Ich fuhr auf die linke Straßenseite und wollte ein Foto machen, als ein Traktor kam und ich dachte, ich mache ihm Platz. Dabei rutschte ich mit dem Reifen an den Teerkante herunter. Erstmal war alles gut, das Foto im Kasten und ich fuhr weiter, den kleinen Hügel hinauf. Ich rollte dann die Straße entlang, bis sich das ganze Rad komisch anfühlte. Ich stoppte und fühlte die Bescherung. Das Vorderrad hatte einen Platten. Also Rad ausbauen, Schlauch tauschen und alles wieder zusammenbauen und montieren. War klar, dass so ein Mist immer auf der längsten Etappe passierte.

     

Nachdem ich wieder losgeradelt war, erreichte ich schon bald Vordingborg, seit dem 12. Jahrhundert ein wichtiger Stützpunkt der dänischen Flotte. Am Eingang zur Fußgängerzone stand eine Skulptur, unmittelbar daneben der Gänseturm, das Wahrzeichen der Stadt.

     

Auf der Rückseite der Schlossruine Vordingborg ich wieder am Meer, mit einem tollen Blick auf den Bootshafen und ein Kirche, die sich diesmal von den weiß getünchten Kirchen der vergangenen Tage unterschied.

     

Ich fuhr in Richtung Brücke, aber was war da? Die Straße war gesperrt. Ich fragte zwei Rennradfahrerinnen, die mir entgegen kamen und war beruhigt, dass sie auf dem Hinweg auch so reagiert hatten wie ich. Sie sagten mir, wie ich über die Umleitung auf die alte Brück kam. 

     

Vom Ufer aus hatte man einen tollen Blick auf die 1937 fertiggestellte Storstrømsbroen, die über3.199m Länge über das Meer führt. Neben einer Eisenbahntrasse gab es auch zwei Fahrspuren, sowie ein Fuß- und Radweg. Zu­ge­ge­be­ner­ma­ßen ist die Brücke schon in die Jahre gekommen und ziemlich marode. Aber ich konnte sicher über das Meer radeln.

Man sah schon die fast fertiggestellte neue Brücke, die die alte Brücke in Kürze ersetzen soll. Dann ich die Brücke, über die ich geradelt bis Geschichte und wird abgerissen.

     

Wieder an Land, ging es ca. 25km immer der Landstraße 153 nach Sakskøbing entlang, glücklicherweise gab es die meiste Zeit einen Radweg parallel zur Fahrbahn. Manchmal ging es auch durch den Wald, anstatt über die Felder und Wiesen. Eine willkommene Abwechslung...
Zwischendurch tauchte eine Tankstelle auf, die ich gleich zur Futteraufnahme nutzte.

     

Dann erreichte ich mein heutiges Ziel, das Hotel Saxkjøbing. Ein großer Gebäudekomplex mit Restaurant, großem Innenhof, Theater usw. Das Zimmer war zweckmäßig eingerichtet, auch wenn es etwas modrig roch. Aber es hatte Platz für mein Fahrrad und das war das Allerwichtigste.

           

Ich erkundete noch etwas da kleine Städtchen (sie haben da nur rd. 4.500 Einwohner) und kaufte auch noch etwas ein.

Das Abendessen wollte ich nicht im Hotel einnehmen, da mit das das ganze Getue mit Reservierung (das Restaurant war fast leer) und dem Flair "Ich bin eine gutes, teures Restaurant" nicht geben wollte. Genau gegenüber war das Cafe Hulyas. Die Nudeln mit Lachs waren richtig gut und es gab zum Essen noch ein seltsamen Schauspiel: Ein Polizeiwagen hielt vor dem Lokal, die Polizisten gingen in das Lokal und ein Mitarbeiter aus der Küchen musste wohl einen Drogentest machen. Dann sind sie wieder abgefahren. So etwas hatte ich auch noch nicht erlebt.
Dann war es schon wieder Zeit, zurück ins Hotel zu gehen und den Tag zu beenden. Die Windvorhersagen für die kommenden beiden Tage war nicht berauschend und es schein, dass es mega anstrengend werden würde.

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