Mit dem Fahrrad von Oslo nach Flensburg
18.06.2025 - Tag 7: Göteborg - Varberg (91km, 571Hm)
Heute stand eine etwas kürzere Etappe auf dem Programm. Aber ich wollte halt in Varberg übernachten, dazu später mehr und so konnte ich den heutige Tag entspannt angehen lassen.
Ich startete gegen 8:00 Uhr und landete, nach einem kurzen Stück zu Fuß über die Pflastersteine, direkt auf dem Radweg, den ich vorgestern an eben dieser Stelle verlassen hatte. Dann ging es auf diesem Radweg durch die Stadt. Meist mit viel Radverkehr, war nicht wirklich lustig. Zwischendurch war ich versehentlich falsch abgebogen und landete auf einem super Radweg zwischen den Fahrspuren unter Bäumen. Leider musste ich zurück, da ich mich ja verfahren hatte.
Im Augenwinkel sah ich rechts vom Weg eine interessante Kirche, die Oscar Fredriks Kirche. Ich bin nach oben gefahren, stand dann aber vor einer Mauer. Um zur Kirche zu gelangen, hätte ich einen großen Bogen fahren müssen. Das wollte ich mir dann doch nicht antun und so drehte ich wieder um und folgte meinem eigentlichen Weg.
Anschließend ging es dann auf einem schönen breiten Rad-/Fußweg mit getrennten Fahrspuren für die Radfahrer entlang. Was mich hier echt faszinierte, alle hielten sich an die Markierungen und nahmen gegenseitig Rücksicht. Würde in Deutschland in den meisten Fällen nicht funktionieren.

Nachdem ich Göteborg und die Industriegebiete hinter mit gelassen hatte, rutsche mir das Herz doch etwas in die Hose. Auf einem Wegweiser stand tatsächlich "Helsingborg 384km". Nach meiner Berechnung waren es nur 120km und ich wollte morgen die Fähre nach Dänemark erwischen. Ich hoffte, dass ich recht behalten würde.
Kurz hinter Hovås kam ich dann wieder ans Meer. Das kleine Sträßchen folgte hier direkt dem Ufer und es war einfach traumhaft. Es ist einfach etwas ganz anderes, hier direkt am Meer zu radeln als in der Stadt oder tagelang durch Wälder.
Leider war den Weg direkt am Meer auch schon bald wieder zu Ende und es ging wieder etwas ins Landesinnere. Die Straße schlängelte sich durch die Landschaft, das auf und ab war heute weniger als die Tage zuvor. In Kungsbacka war es dann Zeit für eine kurz Rast an einer Bäckerei, um den Energievorrat wieder etwas aufzufüllen.
In Höhe Fjärås Kyrkby waren am Ende einer Sackgasse einige verbollerte Rennwagen (vermutlich Stock Cars) geparkt.
Als ich an einem Feld vorbeifuhr, wurde ich von einer Vogelscheuche beobachtet. Seiht man auch nicht mehr so häufig, die Gesellen.
Und dann, bei Löftaskog war ich wieder direkt am Meer. Was ein Traum...
Der Radweg führte direkt am Ufer entlang, so schöne kann Fahrradfahren sein.
Es gab auch immer wieder tolle Ausblicke auf das Meer und den Strand. Der Wind blies hier ganz schön heftig, aber glücklicherweise meist von der Seite, so dass es nicht so schlimm war.
Wieder etwas ins Landesinnere abgebogen, zeigte sich eine alte Windmühle, allerdings, wie so oft, ohne Flügel.
Bei Limabacka ging es dann auf eine alte Eisenbahnstrecke, die wunderschön zu fahren war, bevor es bei Kärradal wieder auf die Straße ging. Allerdings eine ruhige und wunderschöne Straße mit viel Bäumen am Straßenrand.
Kurz vor Varberg war dann mal wieder eine landwirtschaftlicher Betrieb mit einer schön anzuschauenden roten Scheune. Schon irgendwie faszinierend, diese riesigen Gebäude.
Da ich viel zu früh dran war, fuhr ich noch durch die Stadt, schaute mir die Kirche an. Viel gab es hier nicht, ich sah jedoch eine Bar, die ich nachher besuchen wollte.
Aber jetzt fuhr ich erst einmal zu meinem heutigen Ziel, der Festung Varberg. Hier sollte meine heutige Unterkunft sein. Blöd nur, dass ich mit die falsche Seite ausgesucht hatte. Hier waren nur hohe Mauern und ums Eck eine lange, schmale Treppe. Es half ja nichts, ich musste außenrum zur anderen Seite, um dort an die Rampe zu kommen.
Da ich noch viel zu früh dran war, ließ ich mein Fahrrad an der Unterkunft zurück und trank auf der Terrasse des Cafés in der Festung noch etwas, bevor ich zurück zur Unterkunft Fästningens lief.
Ich hatte Glück und konnte früher einchecken. Da ich hier kein eigenes Bad hatte, musste die Wäsche heute ungewaschen bleiben. Aber zumindest ich konnte duschen. Der Blick aus meinem Zimmer war super, über ein paar Grasbüschel direkt auf das Meer. Es war schön außergewöhnlich, auf einer Festung zu übernachten, auch wenn die Unterkunft eher spartanisch ausgestattet war.
Nachdem alles soweit fertig und für den morgigen Tag vorbereitet war, ging ich runter zum Meer und in den Ort. Die Seebrücke sah interessant aus und beherbergte das Varbergs Kaltbadhuset, mit Kaltbadebecken, Sauna und Gastronomie.
Hm Hafen stand eine Skulptur mit einer Wendeltreppe und Möwen. Sie war schön anzuschauen, auch wenn ich keine genaueren Infos dazu herausfinden konnte.

Ich schlenderte nochmals in Richtung Kirche und setzte mich in eine Bar. Da es noch früh war, bestellte ich erstmal etwas Kleines. Am Nebentisch bestellte eine Dame einen Krabbensalat. Das war es: Ich hatte mein Abendessen schon gefunden.
Auf dem Weg zurück in die Festung lauschte ich noch ein wenig einem Konzert im Societetsparken. Während des Konzerts begann es dann zu tröpfeln und ich musste mich beeilen, halbwegs trockenen Fußes zurück ins Zimmer zu kommen. Dafür war der Blick vom Stand auf das Meer atemberaubend.




























