Mit dem Fahrrad von Oslo nach Flensburg
15.06.2025 - Tag 4: Halden - Uddevalla (113km, 1.154Hm)

Nach einer eher durchwachsenen Nacht (die Honks nebenan habne sich noch um 2:30 Uhr gestritten, das Zimmer war taghell  und das Bett schlecht) war meine Nacht schon um 5 Uhr vorbei. Und so startete ich heute schon um 7:00 Uhr. War auch gut so, da heute Regen angesagt war und ich möglichst weit im Trockenen kommen wollte.

Ein letzter Blick auf die, noch völlig unberührt daliegende Tista und schon ging es zum Aufwärmen einen ordentlichen Anstieg hoch. 

     

Oben angekommen war eine weite Ebene zu sehen. Ob das so gut war, daran kamen mir Zweifel. Das Navi zeigte an, dass ich auf dieser Straße bis zur nächsten Abzweigung lediglich 65km zu radeln hatte. Na da war ich ja mal gespannt drauf.


Kurze Zeit später erreichte ich die Kirche von Idd, einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

     

Kurze Zeit später sah ich wieder das Meer. OK, war nur ein Seitenarm des Meeres, aber Meer ist Meer. Und wo ein Meer ist, gibt es auch einen Campingplatz. So auch hier, ich glaube aber, das muss man wirklich mögen, bei dem Klima hier zu campen.

Und so ging es dann am Meer weiter in Richtung Süden. Natürlich immer noch auf der gleichen Straße, es gab ja nur diese...

Nach rund 1½ Stunden Fahrzeit tauchte auf diese Straße mitten im Nirgendwo ein Parkplatz mit Sitzmöglichkeiten an einem kleinen Bach auf. Spooky, hier mitten in der Pampas. 

Kurz vor der schwedischen Grenze tauchte dann nochmals eine kleine Kirche  die Søndre Enningdal Kapelle neben der Straße auf. Allein stand sie am Wegesrand, kein Ortschaft in der Nähe, nur ein paar einzelne Häuser wie Einsiedlerhofe in der weiteren Umgebung, aber ein Campingplatz nebenan.

     

Nach etwas mehr als 2 Stunden und runden 35km parallel zur schwedischen Grenze, passierte ich die Grenze zwischen Norwegen und Schweden. Direkt hinter der Grenze tauchte ein altes, aufgegebenes und heruntergekommenes Gasthaus mit einer ebenso verlassenen Tankstelle auf. Ich wurde in Schweden jedenfalls freundlich Willkommen geheißen. Und noch ein Vorteile hatte es heute die schwedische Grenze passiert zu haben: DA heute Sonntag war und in Norwegen die Supermärkte geschlossen hatten, war jetzt die Versorgung mit Essen wieder gesichert. Also theoretisch zumindest, es müsste halt auch ein Supermarkt verfügbar sein.

Unmittelbar nach der Grenze begann der Norra Bullaresjön, der zusammen mit dem über einen ca. 1,2km langen Bach verbunden Södra Bullaresjön, eine Länge von ca. 29km hat. War richtig schön hier, wie die Straße dem Seeufer folgte.

Und auch hier stand wieder ein schöner Oldtimer rum. Dieser hier war sogar zu verkaufen. Wäre eine Option gewesen, aber das Fahrrad passt halt nicht rein. So musste dieses Schätzchen hier bleiben.

     

So ging es Kilometer um Kilometer die gleiche Straße entlang. Mal mehr, mal weniger nah am See, aber immer Richtung Süden. Und dann, nachdem ich über 3 Stunden unterwegs war, tauchte die kleine Ortschaft Knaverstad mit einem kleinen Supermarkt an einer Tankstelle auf. Die Pause war gerade zum richtigen Zeitpunkt. Es begann leicht zu tröpfeln, hörte aber gleich wieder auf. Als ich wieder gestartet war, war die Straße kurze Zeit später nass. Ich hatte echt Glück, dass ich nicht in den Regen reingefahren war.

Und so fuhr ich weiter, mit etwas Spray von unten, regenfrei die nächsten Kilometer auf einer welligen, eigentlich unspektakulären Straße weiter bis Hällevadsholm, dem Ort, in dem die langen 65km endlich zu Ende waren und ich nach links auf eine andere Straße abbiegen konnte. An der Kreuzung war eine Tankstelle und ich beschloss, zu Essen, wenn es was zu Essen gab. Als rangefahren ein Hotdog mit einer Cola verspeist und gerade als ich wieder los wollte, begann es zu regnen. Also sitzen geblieben und gewartet, bis es aufhörte.

Nach 30 Minuten konnte ich weiter in Richtung Uddevalla fahren.

     

Die Eisenbahn hat in Schweden wohl an Bedeutung verloren. Von 1939, das Jahr in dem das längste Schienennetze betrieben wurde, ist das Schienennetz bis 2019 um ca. 35% reduziert worden. Das sieht man u.a. in Hagfors, wo die Eisenbahn Mitter der 2000er stillgelegt wurde. Auch kurz vor Håby sah es nicht besser aus, hier fährt kein Zug mehr. In Håby gab es etwas, was ich so noch nie gesehen hatte. Beim Schachtelwirt an der Autobahn war die Preisanzeige für den "Big Mac" und das "Happy Meal" auf einer großen Anzeige so angezeigt, dass man es von der Autobahn sehen konnte. Abgefahren...


     

In Munkedal gab es einen schönen Park mit Skulpturen und einem größeren Bach.

Kurz nach Hogstrop ging es dann wieder mal parallel zur Autobahn, aber immerhin auf einem Radweg. Nicht schön, aber leider alternativlos...

Dann erreicht ich Uddevalla, erst ein Industriegebiet, dann sah ich den Hafen, es war heute nicht mehr weit.

   

Noch etwas durch die Stadt und schon war ich in meinem heutigen Hotel, dem "Quality Hotel Carla". Mein Fahrrad konnte ich wieder problemlos auf das Zimmer mitnehmen. Nach dem üblichen Prozedere blieb auch noch Zeit für ein kurzes Nickerchen und einen Geocache um die Ecke. Nach einiger Suche fand ich die Dose dann doch und konnte mich im Logbuch eintragen. 
Nach einem Abendessen im nahegelegenen Ristorante Napoli ging ich zurück auf das Zimmer und schaute mir noch ein paar Informationen über Uddevilla an. Hatten sie doch hier eine Standpromenade teilweise über das Meer gebaut. Ich beschloss, meine Route morgen etwas anzupassen und mit diese Strandpromenade man näher anzuschauen. Aber für heute war erstmal Schluss.

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